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Berufs­unfähig­keitsversicherung (BU) » Angemessenheitsprüfung 

Eine Angemessenheitsprüfung im Zusammenhang mit einer Berufs­unfähig­keitsrente wird im Rahmen der Antragstellung vom BU-Versicherer durchgeführt. Geprüft wird, ob die vom Versicherungsnehmer beantragte Rente der Höhe nach in einem angemessenen Verhältnis zu seinem Einkommen steht.

 Aufgabe einer Berufs­unfähig­keitsversicherung ist, finanzielle Einbußen aufzufangen und auszugleichen, die durch den Eintritt der Berufs­unfähig­keit und den vollständigen und teilweisen Verlust der Arbeitskraft entstehen.
 
Verhindert werden soll, dass der Versicherungsnehmer mit Eintritt der Berufs­unfähig­keit durch die Rentenzahlung ein höheres Einkommen erzielt als während der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit.

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Was bei einer Angemessenheitsprüfung berücksichtigt wird

Als angemessen gilt eine Berufs­unfähig­keitsrente, wenn sie nicht mehr als 70 Prozent des Bruttoeinkommens beträgt. Diese Rechengröße gilt für den gesamten Berufs­unfähig­keitsschutz unter Einbeziehung aller vorhandenen Policen. In die Angemessenheitsprüfung einbezogen werden auch bereits bestehende Verträge. Das gilt für weitere Verträge im Bereich der Berufs­unfähig­keitsversicherung sowie für die Absicherung in einem berufsständischen Versorgungswerk und für eine betriebliche Alters­vorsorge.

Insoweit werden in die Angemessenheitsprüfung folgende Aspekte mit einbezogen: Die maximale Höhe der zu ver­sichernden BU-Rente, die sich am Einkommen orientiert, die maximale Berufs­unfähig­keitsrente für spezielle Per­sonengruppen sowie die in die Anrechnung mit einbezogenen Ansprüche aus bereits vorhandenen Policen, die der Absicherung der Arbeitskraft dienen. Anwartschaften aus Versorgungswerken rechnen die BU-Versicherer meist bis zu 50 Prozent auf die Gesamtversorgung an.

Anderes gilt für bereits vorhandene Berufs­unfähig­keitsrenten, die abhängig vom Versicherer bis zu 100 Prozent angerechnet werden können. Das gilt auch für Erwerbsunfähigkeitsrenten, die in die Angemessenheitsprüfung mit einbezogen werden und abhängig vom jeweiligen Versicherer zwischen 50 und 100 Prozent liegen. Üblicherweise nicht bei der Angemessenheitsprüfung berücksichtigt werden Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

  

Sonderregelungen der Angemessenheitsprüfung für bestimmte Per­sonen

Von der 70 Prozent-Regelung ausgenommen sind bestimmte Berufsgruppen und Arbeitnehmer, die sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Sonderregelungen gibt es auch für Studenten, für Hausfrauen, Teilzeitkräfte, ungelernte Arbeiter, für Selbstständige mit und ohne Berufsausbildung sowie für Existenzgründer mit und ohne akademische Ausbildung. Sie verfügen meist über ein geringes Einkommen, weshalb für den jeweiligen Per­sonenkreis Höchstgrenzen für die monatliche BU-Rente festgelegt werden.

Bei Studenten beträgt sie beispielsweise 1.000 - 1500 Euro je nach BU-Versicherer, während sie für Existenzgründer bei maximal 1.500 Euro liegt. Trotz dieser Obergrenzen wird auch hier seitens des Versicherers eine Angemessenheitsprüfung aufgrund der entsprechenden Nachweise vorgenommen. Als Nachweise geeignet sind Steuerbescheide, Gehaltsabrechnungen, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen sowie alle anderen Belege, die das Einkommen belegen.

Unterschiede gibt es bei den Anbietern einer Berufs­unfähig­keitsversicherung, wenn das Bruttojahreseinkommen während der Vertragslaufzeit sinkt. Ein guter BU-Versicherer legt die bei Vertragsschluss festgestellte finanzielle Angemessenheit zugrunde. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer Anspruch auf die bei Vertragsschluss vereinbarte Versicherungsleistung hat. Das gilt auch dann, wenn das Bruttojahreseinkommen während der Vertragslaufzeit gesunken ist und die ursprüngliche Angemessenheit nicht mehr gegeben ist.


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